Nützliches rund um die Kräuter


Pflanzliche Inhaltsstoffe

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Nachdem auch in meinen Pflanzenbeschreibungen der eine oder andere Begriff in "Fachlatein" auftaucht, gebe ich Ihnen nachfolgend einen kleinen Einblick in die Welt der pflanzlichen Wirkstoffgruppen, um besser zu verstehen, was die Pflanzen eigentlich in unserem Körper bewirken.

Zu den wichtigsten Wirkstoffen zählen:

Flavonoide / Gerbstoffe / ätherische Öle / Schleimstoffe / Alkaloide / Glykoside / Saponine / Bitterstoffe / Cumarine / Anthocyane / Phenole / Glucosinolate / Mineralstoffe / Vitamine / weitere Wirkstoffgruppen

Auf den nachstehenden Seiten finden Sie nun die Beschreibungen zu den einzelnen Wirkstoffen.

Flavonoide

Der Ausdruck Flavonoide leitet sich aus dem Lateinischen ab, lat. flavus = gelb. Flavonoide sind in sehr vielen Pflanzen enthalten. Sie wirken entzündungshemmend und sorgen nebenbei noch für einen gesunden Kreislauf (wie z.B. die Flavonoide im Weißdorn). So stärkt z.B. der Wirkstoff Rutin, welcher auch ein Flavonoid ist, die Wände der Kapillargefäße (wie z.B. im Buchweizen oder der Zitrone. Die Flavonoide der Kamille wirken krampflösend, hingegen die Flavonoide der Birkenblätter und des Schachtelhalmes harntreibende Wirkung besitzen. Einige Flavonoide schützen auch die Leberzellen, wie z.B. in der Mariendistel. Man sieht, die Bandbreite der Flavonoide ist weit gefächert.

Gerbstoffe

Gerbstoffhaltige Pflanzen wurden früher - wie der Name schon ahnen läßt - zum Gerben von Tierhäuten zu Leder verwendet. Gerbstoffe sind sozusagen wasserlösliche Verbindungen welche die Fähigkeit besitzen, Eiweißmoleküle miteinander zu vernetzen. Sie bilden so auf Haut oder Schleimhaut unlösliche Verbindungen und wirken somit zusammenziehend = adstringierend. Gerbstoffhaltige Pflanzen eignen sich zur äußerlichen Anwendung auf der Haut bei Geschwüren, Verbrennungen oder entzündlichen Prozessen. Des weiteren wirken Gerbstoffe schwach antibakteriell, entzündungshemmend, reizmildernd und blutstillend. Bei Entzündungen im Hals- und Rachenbereich ist es somit ratsam, mit Auszügen aus gerbstoffhaltigen Pflanzen zu gurgeln oder spülen.

Ätherische Öle

Beinahe fast alle wohlriechenden Pflanzen enthalten ätherische Öle, die aus bis zu 150 Einzelbestandteilen zusammengesetzt sein können. Leider sind ätherische Öle leicht flüchtig und verschwinden bei Verdunstung somit vollständig. Sie sind u.a. aus Kohlenstoffatomen, sogenannten Terpenen aufgebaut. Aufgrund ihrer öligen Konsistenz, dies nennt man auch lipophil, ist es ihnen möglich, sehr leicht die Zellmembranen im Körper zu durchdringen. Sie werden also im Magen-Darm-Trakt sehr gut resorbiert und auch schnell über die Haut aufgenommen. Ätherische Öle haben einen sehr breiten Wirkungskreis:

entzündungshemmend = antiphlogistisch, wie z.B. die Kamille oder Arnika

blähungstreibend = karminativ, wie z.B. Fenchel, Anis oder Kümmel

regen die Gallesekretion an = choleretisch, wie z.B. im Wermut

fördern die Harnausscheidung = diuretisch, wie z.B. Wacholder oder Birkenblätter

erleichtern das abhusten = expektorierend, wie z.B. Thymian oder Efeu

durchblutungsfördernd wie z.B. Rosmarin oder Ingwer

wachstumshemmend auf Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Pilzen wie z.B. in Thymian oder Pfefferminze

Allen ätherischen Ölen gemeinsam ist die Reizwirkung auf spezielle Chemorezeptoren im Körper. Das bedeutet, sie regen den Geruchs- und Geschmackssinn an und daher werden Pflanzen mit ätherischen Ölen gerne als sogenannte Geruchs- und Geschmackskorrigentien (lat. Remidium corrigens) in Teemischungen beigegeben oder als Gewürze verwendet.

Schleimstoffe

Schleimstoffe sind Polysaccharide (Mehrkettige Zuckerverbindungen), die im Wasser aufquellen; sie können somit geelartige Lösungen aber auch Gele bilden. Man unterscheidet:

Wasserlösliche Schleimstoffe: Sie wirken meist lokal und haben eine reizmildernde und entzündungshemmende Eigenschaft, da sie einen Schutzfilm auf Haut- und Schleimhaut bilden. Schleimhaltige Pflanzen eignen sich gut zur Linderung von Reizhusten, Halsschmerzen, Magen-Darm-Katharren und manchen Wunden.

Unlösliche Schleimstoffe: Sie gelangen unverdaut in den Darm. Dort quellen sie in Verbindung mit Wasser, bilden gele und wirken so durch ihre Volumenzunahme positiv auf die Darmperistaltik. So wirken sie stuhlregulierend.

Typische, schleimhaltige Pflanzen sind z.B. Huflattich, Spitzwegerich, Eibisch, Malve oder Beinwell

Alkaloide

Alkaloide sind eine Gruppe von stickstoffhaltigen Substanzen die als durch Umwandlungsprozesse in den entsprechenden Pflanzen als Abbauprodukt entstehen. Diese starken Pflanzengifte können, wenn man sie gering dosiert, stark heilsam wirken. Sie werden somit in der Pharmazie als isolierte Reinstoffe eingesetzt, wie z.B. Atropin, Kodein, Morphin, Chelidonin. Sie können Nervenfunktionen im Körper sowohl anregen, als auch hemmen und wirken vorrangig auf das zentrale Nervensystem, teilweise auch auf das autonome Nervensytem oder auf spezielle Bereiche sensibler Nerven. Sie können Krämpfe und Schmerzen lindern, aber auch Körpersekretionen vermindern. Alkaloide findet man z.B. im Klettenlabkraut, Waldmeister oder Mohngewächsen.

Glykoside

Als Glykoside werden sehr unterschiedliche Stoffe bezeichnet, die aber alle eine Gemeinsamkeit aufweisen. In allen Glykosiden finden sich Zuckerverbindungen, welche an eine andere Komponente angekoppelt sind. Da Glykoside also aus unterschiedlichsten Stoffen bestehen, haben sie ein vielfältiges Wirkungsspektrum. Man unterscheidet z.B.:

Herzglykoside: wie Digitoxin, Digoxin und Gitoxin, die eine sehr starke Wirkung auf das Herz haben. Sie steigern die Kontraktionskraft des Herzens und vermindern die Herzfrequenz, wie z.B. im Roten Fingerhut = Digitalis purpurea

Cyanglykoside: haben in kleinen Dosen eine deutlich beruhigende und entspannende Wirkung auf Herz und Muskulatur. Sie können aber auch Reizhusten lindern, wie z.B. in der Rinde der spätblühenden Traubenkirsche oder des Schwarzen Holunders

Anthrachinonglykoside: sind Hauptwirkstoffe in Pflanzen wie Kassie und Medizinalrhabarber. Sie besitzen eine stark abführende Wirkung, da sie Kontraktionen der Dickdarmwand verursachen, so dass es ca. 10 Stunden nach der Einnahme zu Stuhlgang kommt. Sie machen den Stuhl auch weicher und erleichtern somit die Darmtätigkeit.

Flavonglykoside: wie z.B. in Gingkoblättern wirken durchblutungsfördernd

Triterpenglykoside: wie im Wurzelstock der Traubensilberkerze sind hormonähnlich und können so die Wechseljahre erleichtern.

Saponine

Der Begriff sagt es eigentlich schon: Sapo = Seife. Saponine haben die Eigenschaft, in Verbindung mit Wasser zu schäumen. Das bedeutet, die Oberflächenspannung des Wassers wird herabgesetzt.

Saponine werden in mehrere Untergruppen unterteilt, es gibt herzwirksame Steroidsaponine wie in Maiglöckchen oder einigen Fingerhutarten, da diese aber giftig sind, sollten wir diese Pflanzen nicht anfassen!

Die Saponine in Efeublättern, Süssholzwurzel oder Primelwurzel z.B. haben eine aufwurffördernde und schleimverflüssigende Wirkung, so dass sie bei Husten sehr gut zum Einsatz kommen.

Auch gibt es Saponine, wie in der Goldrute z.B., die eine leichte Reizwirkung auf die Nieren ausüben und so gut für Durchspültherapien bei leichten Harnwegsinfekten sind.

Bitterstoffe

Hierbei muss man unterscheiden, dass nicht jede Pflanze die bitter schmeckt gleich eine Heilpflanze für Therapeutische Zwecke ist. Zu den Bitterstoffpflanzen zählen nur diejenigen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung und der bitteren Inhaltsstoffe genutzt werden und keinen anderen Begleitnutzen haben. Der Wermuth z.B. oder das Tausendgüldenkraut und die Angelikawurzel werden als Bitterstoffdrogen verwendet. Sie regen schon im Mund durch ihre Bitterstoffe die Mundspeicheldrüsen zur vermehrten Sekretbildung an. Des weiteren wirken sie günstig auf die Magenbesaftung und regen den Gallenfluss an. Sie sind appetitanregend und auch verdauungsfördernd.

Cumarine

Wer kennt nicht den unwiederstehlichen Duft von Waldmeister oder den herrlichen Duft im Sommer von einer frisch gemähten wilden Wiese. Auch der Steinklee hat diesen unwiederstehlichen Duft oder auch die Blüten des Mädesüss. Es sind die in den entsprechenden Pflanzen enthaltenen Cumarine, die, wenn die Pflanze getrocknet wird, freigesetzt werden und diesen typischen Duft verströmen.

Da die wirkung dieser Cumarine sehr stark sein kann, sollte man Cumarinhaltige Pflanzen nur in kleinen Mengen dosieren. Wer hat nicht schon mal nach einer deftigen Maibowle am nächsten Morgen einen dicken Brummschädel gehabt?! Ein Übermass an Cumarinen kann Kopfschmerzen bis hin zu leichter Benommenheit hervorrufen! Also bitte Vorsicht beim Verzehr!

Bestimmte Cumarinverbindungen können die Blutgerinnung hemmen und werden so in der Medizin noch heute teilweise bei Medikamenten zur Behandlung von Thrombosen eingesetzt.

Anthocyane

Anthocyane sind Pflanzenfarbstoffe, denen viele Früchte und Blüten ihre blauen, purpurfarbenen oder roten Farbtöne verdanken. Sie helfen, die Blutgefäße gesund zu halten, indem sie den Sauerstoffaustausch der Zellen verbessern (wichtig zur Krebsprohylaxe). Besonders viel Anthocyane enthalten z.B. Brombeeren, Holunderbeeren oder Schlehen. Sie stärken die Abwehrkräfte und sind gut gegen Erkältungskrankheiten.

Phenole

Dies ist ein Überbegriff für eine Gruppe von  chemischen Substanzen in den Pflanzen, zu denen z.B. die Salicylsäure gehört, sozusagen der Vorläufer unseres heute gebräuchlichen "Aspirins". Salicylsäure ist in einigen Pflanzen enthalten, wie z.B. in der Scheinbeere oder der Silberweide. Sie hilft gegen Kopfschmerzen.

Ein anderes Phenol ist das Thymol, ein Inhaltsstoff der Thymians z.B. Innerlich angewendet wirken diese Phenole entzündungshemmend, bei äusserlicher Anwendung sind sie jedoch hautreizend!

Glucosinolate

Sind hauptsächlich in sogenannten Senfpflanzen enthalten. Sie wirken hautreizend und verursachen Entzündungen und Blasen. Bringt man sie in Form von Umschlägen auf schmerzende Gelenke, steigern sie die Durchblutung in dem betroffenen Bereich und sorgen dafür, dass sich dort keine Abfallprodukte ablagern (ein mitentscheidender Faktor bei Gelenkbeschwerden!). Glucosinolate setzen außerdem die Schilddtüsenfunktion herab. Beträchtliche Mengen dieser Substanzen sind im Radieschen und im Rettich oder im weißen Senf enthalten.

Mineralstoffe

Einige Heilkräuter sind besonders reich an Mineralien wie z.B. der Ackerschachtelhalm, der einen hohen Anteil an Kieselsäure enthält. Der Löwenzahn weist große Mengen an Kalium auf und kann - im Gegensatz zu anderen Diuretika, die dieses Mineral aus dem Körper schwemmen - einen hohen Kaliumspiegel aufrecht erhalten. Viele Pflanzen mit besonders hohen Konzentrationen einzelner Minerale werden allein aufgrund dieser Eigenschaft verwendet. Andere Kräuter tragen nur zur allgemeinen Deckung des Mineralstoffbedarfs bei.

Vitamine

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Löslichkeit im Körper werden die Vitamine in eine fettlösliche und in eine wasserlösliche Gruppe eingeteilt. Diese Unterteilung hat einen medizinischen hintergrund, denn fettlösliche Vitamine wie der Name schon ahnen lässt können nur in Verbindung mit Fett im Körper aufgenommen werden und wenn genügend Galle abgesondert wird und die Fettresorption im Darm funktioniert. (So trinkt man Möhrensaft immer mit einem spritzer Öl!)

Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören:

Vitamin A

Ist für das Wachstum der Epithelien und der Knorpelzellen notwendig, es verbessert die Infektabwehr an den Schleimhäuten und ist als Bestandteil des Sehpurpurs im Auge ein unentbehrlicher Bestandteil für das Sehen. Es sind eine Reihe von fettlöslicher, lichtempfindlicher Wirkstoffe, die in der Darmwand durch Spaltung von Provitaminen aus der Nahrung gebildet und in der Leber gespeichert werden. Diese Provitamine werden zusammen als Carotinoide bezeichnet. Das ß-Carotin ist ein weitverbreiteter Pflanzenfarbstoff. Man findet ihn reichlich in einigen Kohlarten und Spinat, in erster Linie natürlich in Karotten.

Vitamin E

Tocopherol wird nur von Pflanzen synthetisiert. Es schützt die Zellmembranen und wirkt als Antioxidanz bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen, besonders beim Abbau ungesättigter Fettsäuren. Zu den ergiebigsten Vitamin E Quellen zählen Getreidekeime, Vollkornprodukte, Pflanzenöle und Blattgemüse.

Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören:

Vitamin B1

kommt in Gemüse und Kartoffeln vor, vor allem aber in den Keimanlagen von Vollkorngetreide. Es wird im Organismus mit Phosphatgruppen verbunden und geht dabei in seine wirksame Form, das Thiaminpyrophosphat über. Es dient der Herzfunktion und der Nerventätigkeit. Etwa die Hälfte des Thiamins im Organismus wird für die Muskeltätigkeit verbraucht.

Vitamin B2

Riboflavin und Laktoflavin kommt in allen tierischen und pflanzlichen Zellen vor. Bei einem Mangel an diesem Vitamin kommt es zur Entzündung von Haut und Schleimhäuten.

Vitamin B6

kommt in allen lebenden Zellen vor, besonders reichlich in Körnerfrüchten und grünem Gemüse enthalten. Es wird im zellulären Stoffwechsel zu einem Coenzym umgebaut, das für den Aminosäurestoffwechsel wesentlich ist.

Niacin

ist die zusammenfassende Bezeichnung für Nicotinsäure und Nicotinsäureamide. Beide Substanzen kommen in Nüssen, Weizenkeimen und Hülsenfrüchten vor. Es ist ein Baustein eines lebenswichtigen Coenzyms, das bei der Freisetzung von Energie aus Kohlenhydraten oder Fetten sowie bei der Energiespeicherung unentbehrlich ist.

Folsäure

ist z.B. in dunkelgrünem Blattgemüse und Weizenkeimen enthalten. Im Organismus wird die Folsäure unter Beteiligung von Vitamin C zu Tetrahydrofolsäure umgebaut. In dieser aktivierten Form ist sie wesentlich am Aufbau der roten Blutkörperchen beteiligt, am Nachbau neuer Erbsubstanz und bei allen Zellteilungen und am Aminosäurestoffwesel beteiligt.

Vitamin C

Ascorbinsäure ist reichlich in frischen Früchten, Kartoffeln, dunkelgrünem Gemüse, Hagebutten und Sanddorn enthalten. Es ist ein Antioxidanz (fängt freie radikale im Körper und macht diese unschädlich). Vitamin C unterstützt das Immunsystem und wirkt auf die Nieren, hilft bei der Wundheilung und fördert die Eisenresorbtion.

Weitere Wirkstoffgruppen:

Pektine/Fruchtsäuren wirken leicht abführend

Alkylamide sind entzündungshemmend und regen die Abwehr an

Polysaccharide sind Mehrfachzucker

Phytosterine sind pflanzliche Hormone

Sesquiterpenlaktone wirken antitumoral (zelltoxisch) und antibakteriell, antifungal, gegen Würmer und sind entzündungshemmend. Sie kommen z.B. in Kamille (Matricin) und in der Artischocke (Cyanopicrin) vor.

Kräuter verarbeiten

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Wenn man seine Ernte sicher nach Hause getragen hat, beginnt die eigentliche Arbeit mit den Kräutern. Schon vor dem Sammeln sollte man sich überlegen, was man aus den einzelnen Pflazenteilen zubereiten möchte:

  • Tee
  • Kräutersalze
  • Tinkturen/Tropfen
  • Kräuterzucker
  • Salben
  • Kräuterliköre
  • Bäder

...und viele kulinarische Köstlichkeiten.

Grundsätzliches zur Weiterverarbeitung:

Oberstes Gebot bei der Arbeit mit Kräutern, Blüten und Früchten ist Sauberkeit! Bitte darauf achten, daß der Arbeitsplatz gründlich gereinigt ist und nur saubere Töpfe, Gläser und Utensilien verwenden. Man glaubt gar nicht, wie schnell z.B. ein Holzkochlöffel, der zuvor zum umrühren von Zwiebeln benutzt wurde sein Aroma an das zu verarbeitende Gut abgibt. Es wäre unendlich schade wenn das Gelee oder die Marnelade nach all der Arbeit hinterher nicht mehr schmeckt.

Sammelgut bitte immer am selben Tag frisch verarbeiten, da sonst die wertvollen Inhalts-stoffe zu schnell verloren gehen oder die Pflanzenteile verderben!

Bevor ich meine Sammelausbeute in die Küche trage, nehme ich ein Sieb, welches so grobmaschig sein sollte das es zwar die Pflanzenteile nicht durchläßt, aber kleinere Schmutzpartikel. Ich gebe meine Kräuter in das Sieb und schüttel Sie an der frischen Luft nocheinmal vorsichtig durch, damit auch die kleinen Insekten, die sich vielleicht noch auf dem Sammelgut befinden eine Chance haben, wieder in die Freiheit zu gelangen.

Frisch gepflückte Blätter oder Krautige Teile der Pflanzen, welche man trocknen möchte oder zu Tinkturen oder Salben weiterverarbeiten möchte werden möglichst nicht gewaschen, um sie nicht zu sehr zu beschädigen. (Nachdem wir uns unsere Sammelstelle sorgfältig ausgewählt haben und nur saubere, junge Pflanzenteile verwenden, ist das auch nicht erforderlich.) Wenn nötig, wie z.B. meist bei Pflanzen, die nah am Boden gepflückt werden, wie z.B. Löwenzahn oder Spitzwegerich beseitigt man Beiwerk und unerwünschte Pflanzenteile vorsichtig per Hand.

Pflanzenteile zum Frischverzehr in Salaten, Suppen usw. werden gründlich aber trotzdem vorsichtig gewaschen, damit es beim Verzehr nicht zwischen den Zähnen knirscht!

Blüten werden nicht gewaschen, denn die zarten Blütenblättchen würden das sehr übel nehmen. Diese wie oben beschrieben nur im Sieb vorsichtig ausschütteln um eventuell noch vorhandene Insekten oder unerwünschtes Beiwerk zu beseitigen.

Früchte und Beeren wäscht man vorsichtig aber gründlich mit kaltem Wasser und läßt Sie vor der Weiterverarbeitung gut abtropfen!

Sammelt man ganze oberirdische Teile einer Pflanze, wie z.B. beim Johanniskraut, Beifuß oder Ackerschachtelhalm, so schüttelt man diese vorsichtig aus, bindet bindet sie mit Küchengarn zu kleinen Bündeln von 5-6 Pflanzen vorsichtig zusammen und hängt Sie kopfüber an einem luftigen aber trockenen und schattigen Ort auf. (Wenn möglich nicht unbedingt in der Küche, da das zu trocknende Gut leicht unerwünschte Küchengerüche annehmen kann und der eigentliche Geschmack und Geruch der Pflanze dadurch überdeckt wird.

Einzelne Blüten und Blattteile trocknet man - nach Sorten getrennt voneinander - am einfachsten auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech. Man breitet das Trockengut locker aus, damit die Pflanzenteile nicht zu dicht über- und nebeneinander liegen und gut abtrocknen können. Dies sollte ebenfalls an einem schattigen und luftigen Ort geschehen. Nach ca. 2-4 Tagen sollte das Trockengut so weit sein, daß es raschelt wenn man hineingreift, damit die Teile auch wirklich trocken sind.

Für Ungeduldige: Man kann das vorbereitete Kräuterblech auch bei geringster Wärmezufuhr (ca. 30 - 35 Grad) in den Backofen schieben. Dabei läßt man einen kleinen Spalt der Backofentür offen, damit Abluft mit Feuchtigkeit schneller entweichen können. Das ganze - je nach Menge und Beschaffenheit 4-5 Stunden durchtrocknen lassen, eventuell über Nacht.

Getrocknete Kräuter bewahrt man entweder in einem dunklen Schraubglas oder entsprechendem Gefäß auf. Man kann Sie auch in speziellen, etwas verstärkten Papiertütchen aufbewahren, ungerne aber in Plastikbehältern. Bitte achten Sie vor dem Einlagern darauf, daß das Sammelgut keine Restfeuchtigkeit mehr enthält; ansonsten könnte es sein, daß es zu schimmeln anfängt und dann unbrauchbar wäre!

Kühl und dunkel gelagert halten sich die getrockneten Kräuter gut 1 Jahr. Danach sind leider die meisten Ätherischen Öle und wichtige Inhaltsstoffe verflüchtigt und das Kraut wird nicht mehr viel nützliches bewirken. Daher lege ich von Haus auf meine Vorräte immer so an, daß Sie auch nur bis zur nächsten Ernte reichen.

Aussortierte Kräuter müssen nicht unbedingt weggeworfen werden. Wer einen kleinen Garten hat kann z.B. mit seiner Familie einmal im Jahr ein kleines "Kräuterfeuer " veranstalten, bei dem man jeweils eine handvoll Kräuter mit einem guten Wunsch verbunden dem Feuer übergibt; oder man benutzt die älteren Duftkräuter wie Lavendel, Rosmarin und co. (so sie noch ein wenig duften) für ein entspannendes Kräuterbad!

Sammeltips

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Generell ist die beste Zeit zum Sammeln der frühe Morgen, bzw. die Zeit nach Sonnenaufgang, wenn der Saft und die Kraft der Pflanze aus der Wurzel in die Blätter und Blüten aufsteigt. Auch ist es besser, wenn man nach Regentagen 1-2 Tage trockenes Wetter abwartet, bevor man seine Kräuter sammelt (besonders jene, die ätherische Öle enthalten). Wenn es geregnet hat sind die Kräuter voll
gesogen mit Wasser und die Kraft der Pflanze somit eher verwässert. Sammle ich einzelne Blättchen einer Pflanze, wie z.B. bei Löwenzahn, Brennessel oder Spitzwegerich, so knipse ich diese vorsichtig mit den Fingernägeln von Daumen und Zeigefinger ab. Ich sammle nur frische junge Blättchen oder Triebspitzen, da diese in jedem Monat frisch vor Saft und Kraft strotzen. Die großen, etwas älteren Blätter sind zum Frischverzehr weniger geeignet, da Sie meist an Aroma und Geschmack zugunsten Ihrer Größe eingebust haben und allzuoft härter und zäher sind. Beim Sammeln von ganzen oberirdischen Teilen einer Pflanze, sprich Kraut, Stengel und Blüte, wie z.B. bei Johanniskraut, Schafgarbe, Beifuß usw. achte ich darauf, daß ich pro Pflanze nur einen Stängel vorsichtig abbreche, um die Pflanze nicht zu zerstören. Bitte also die Wurzel nicht mit ausreißen!

Wenn ich Blüten sammeln möchte, dann warte ich bis sich die Blütenköpfchen bei Sonnenschein komplett geöffnet haben. So kann ich sicher gehen, daß die Pflanze Ihre ganze Pracht nicht nur zur Schau stellt, sondern auch alle Kraft der Pflanze in der Blüte steckt.

Beim Ausgraben von Wurzeln sollte man bitte darauf achten, seine Ausgrabungsarbeiten nicht zu breitflächig anzulegen um umliegende Wurzeln von anderen Pflanzen nicht unnötig mit zu zerstören. Man kann schnell feststellen, das es bei einigen Pflanzen gar nicht so einfach ist, bis an die Wurzel vorzudringen. Die Wurzel des Löwenzahnes z.B. ist ziemlich hartnäckig und kräftig und hält an Mutter Erde ganz schön fest.

Beim Sammeln von Beeren wie z.B. Holunder oder Weißdorn sollte man versuchen, die Beeren so schonend wie möglich vom Baum zu pflücken, damit nicht ganze Äste abbrechen und der Baum womöglich schaden leidet. Eine alte Regel besagt: Soweit die eigenen Arme reichen, kannst die Ernte wohl einstreichen!


Ich habe übrigens auch nach 10 Jahren Sammeln und Beobachten immer noch meine wichtigsten Kräuterbestimmungsbücher bei mir, damit ich mich immer wieder vergewissern kann, das ich das richtige Kraut gefunden habe. Mutter Natur ist sehr vielfältig und präsentiert sich immer wieder in den unterschiedlichsten Gewändern. So kann es gut sein, daß ein Kräutlein in der Natur manchmal anders aussieht, als wir es auf einem abgedruckten Foto in Erinnerung haben. Ich nehme pro Stelle immer nur eine kleine Handvoll Blätter und Blüten, damit andere nach mir auch noch was abkriegen und die Insekten und Vögel nicht auf Ihre Mahlzeit verzichten müssen. Gerade bei Blüten wie Holunder und Weißdorn sollte man immer im Hinterkopf haben, daß man im Herbst gerne die Früchte dieser Bäume verarbeiten möchte. Wenn man also alle Blüten aberntet, gibt es im Herbst keine Beeren! Es ist auch ratsam, sich beim Sammeln auf 2-3 verschiedene Pflanzen zu beschränken, denn es macht schon etwas Arbeit, das Sammelgut zu verarbeiten und das sollte möglichst im frischen Zustand geschehen. Sie brauchen also schon ein bisschen Zeit. Doch ich versichere Ihnen, die Mühe lohnt sich!

Zum Transport von der Sammelstelle nach Hause benutze ich meistens ein luftiges Weidenkörbchen. Sie können Ihre Ausbeute aber auch in Stoffbeuteln, Papiertüten oder Obstschalen aus Pappe, in die man ein feuchtes Tuch legt, transportieren. Wichtig bitte immer darauf achten, daß das Sammelgut nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist und nicht schwitzt (also bitte nicht in die Plastiktüte stopfen!)

Wenn Ihnen dies alles aber doch zu mühselig ist, bedienen Sie sich bitte getrockneter Kräuter aus Reformhäusern, Apotheken oder speziellen Kräuterversendern und Anbietern.

Kräutersalze und Zucker herstellen

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Um das ganze Jahr über den Geschmack von leckeren Kräutern in seiner Küche verwenden zu können, kann man diese als Kräutersalz oder Kräuterzucker konservieren.

Kräutersalz:

Man nehme frische Blätter und Blüten von aromatischen Kräutern wie Schafgarbe, Rosmarin, Beifuß, Bärlauch, Kamille, Rosenblütenblätter, Fenchel... der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Hier die Anleitung für z.B. Schafgarbensalz, passt gut um fettes Fleisch zu würzen, in Suppen und Sossen:


  • Zunächst säubert man die Schafgarbe vorsichtig, lässt sie auf Küchenpapier abtrocknen und zerrupft die Blüten und Blätter in kleinere Stücke.
  • Im Verhältnis 2/3 grobes Meersalz, 1/3 Kräuter füllt man das Salz und die Schafgarbenteilchen in die Küchenmaschine (Moulinette z.B.).
  • Nun mixt man die Mischung ordentlich durch, bis sich alles zu einer feuchten, gleichmässigen grünen Masse verbunden hat.
  • Diese feuchte Salz-Kräutermasse streicht man auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und gibt dieses bei 40-50 Grad max. in den Backofen. Die Backofentüre bleibt dabei einen Spalt offen, damit die Feuchtigkeit schneller aus der Salzmasse ziehen kann und der Ofen auf keinen Fall zu heiß wird.
  • Je nach zubereiteter Menge dauert der Trocknungsvorgang 1-2 Stunden. Die getrocknete Salz-Kräutermischung wird dann je nach Bedarf feiner oder gröber mit der Hand zerkrümelt. Soll das Salz etwas feiner werden, reibt man es mit der Hand durch ein Küchensieb.


Aufbewahren kann man dieses Aromasalz bitte kühl und trocken z.B. in Marmeladengläsern oder kleinen Dosen. Es hält sich 1 Jahr.

Hier ein paar kleine Tips, was man mit diesen Salzen besonders lecker würzen kann:

Fenchelsalz passt gut zu Fisch, Geflügel und Krustentieren

Estragonsalz passt gut zu hellem Fisch oder Geflügel

Kamillensalz gibt Krustentieren wie Scampi oder Langustinos ein besonderes Aroma

Rosenblütensalz mit seinem zarten Duft wird gerne in der marokkanischen Küche verwendet

Beifußsalz macht fette Speisen bekömmlicher wie z.B. Gans, Ente und Co

Kräuterzucker:

Die Zubereitung von Kräuterzucker ist genauso einfach wie beim Kräutersalz. Hier das Rezept für z.B. Holunderblütenzucker:


  • Man nehme 2/3 Zucker und 1/3 frische Holunderblüten, in disem Fall 11 Blütendolden. 
  • Die Blüten vorsichtig schütteln, um eventuelle Kriecher und Krabbler zu entfernen. 
  • Dann vorsichtig die Holunderblüten von den Stengeln schneiden oder zupfen.
  • Nun gibt man den Zucker und die Blüten schichtweise in den Mixer. 
  • Alles gut durchmixen und zwar solange, bis eine feuchte, gleichmässige Masse entstanden ist.
  •  Die Blüten-Zuckermasse nun auf ein mit Backpapier belegtes Backblech streichen und in den Backofen geben. 
  • Die Backofentüre bitte mit einem zusammengeknüllten Küchentuch oder einem Topflappen einen Spalt breit offen halten, damit die Feuchtigkeit schneller abziehen kann.
  • Das Blech bleibt nun so bei 40 Grad Umluft im Backofen für ca. 1-2 Stunden, je nachdem  wie dick man die Masse auf das Blech gestrichen hat. 
  • Wenn die gesamte Masse trocken ist, ist der Zucker fast fertig.
  • Je nachdem, wie man den Kräuterzucker verwenden möchte, kann man ihn sodann entsprechend gröber oder feiner zerbröseln. 


Als Süssmittel für Tee's oder Getränke sollte der Zucker sehr fein sein. Hierfür streiche ich die Zuckerbröckchen durch ein feines Sieb und bewahre den Zucker bis zu 1 Jahr in kleinen Schraubgläsern oder lebensmittelgeeigneten Dosen auf.

Die gröberen Stücke kann man als Bonbonersatz einfach so essen oder zum Kochen und Backen verwenden. Auch zum süssen für Nachtische, Pfannkuchen usw. benutze ich sehr gerne Kräuterzucker.

Besonders gut zur Zuckerverarbeitung eignen sich z.B. Blüten der Linde oder eben die des Holunders. Diese Blüten sind sehr aromatisch und gerade in der Erkältungszeit gut geeignet zum Süssen für Erkältungstee's. Aber auch die Blüten der Heckenrosen geben einen sehr aromatischen Zucker. Wie beim Kräutersalz sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Probieren Sie es einfach mal aus.

Blütengelees einkochen

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Für Sie nur kurz zum Verständnis, wenn ich in meinen Rezepten mit Blüten arbeite, dann Schreibe ich die Menge der benötigten Blütenköpfe in "Tüten" für Sie auf. Das bedeutet, ich sammele meine Blüten immer in den gebrauchten dreieckigen Papiertüten, in denen man auf den Märkten sein Obst und Gemüse eingepackt bekommt. Eine Tüte Blüten bedeutet also, soviel wie in eine dieser Papiertüten an Blüten hineinpaßt.

Heckenrosenblütengelee

Im Frühling wenn die ersten Hagebuttensträucher und Bäumchen Ihre wunderschön duftenden Blüten tragen beginnt meine Einmachsaison:


  • Man zupfe vorsichtig die zart rosafarbenen bis roten Blütenblätter der Kartoffelrose von den Blütenköpfchen. Für eine ordentliche Portion Gelee benötigt man 1 Tüte voll Blütenblätter. (Die Köpfchen der Blüten bitte am Strauch belassen, daraus bilden sich später die Früchte, sprich Hagebutten!)
  • Bevor man die Blätter verarbeitet, vergewissert man sich nochmals, das sich keine Kriecher und Krabbler mit in die Tüte eingeschlichen haben. Man schüttelt die Blätter vorsichtig an der frischen Luft in einem Küchensieb.
  • Man gebe die Blütenblätter in einen Topf und übergieße Sie mit gut 1,5 L Wasser. Den Saft einer Zitrone dazugeben und das ganze langsam aufkochen lassen. Nun bei mittlerer Hitze für 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Man kann beobachten, wie der Farbstoff der Blütenblätter in das Zitronenwasser übergeht und somit auch das Aroma der Blüten.
  • Wenn die Blütenblätter fast zerkocht sind ist es Zeit, den Sud durch ein Küchensieb abzuseihen. Wer möchte, kann die Blütenblätter auch in der Abkochung belassen.
  • Entsprechend der gewonnen Menge Flüssigkeit gibt man dann herkömmlichen Gelierzucker (ich verwende gerne 1:2, dann wird das Gelee nicht ganz so süß) zur Flüssigkeit in den Topf und kocht das Ganze nach Packungsanweisung. Dauert so etwa 6-10 Minuten. Es empfiehlt sich, zwischendurch immer wieder mal eine Gelierprobe zu entnehmen.
  • Das heiße fertige Gelee sofort in vorbereitete saubere Marmeladengläser mit Twist-Off-Verschluß füllen und gut verschließen. 
  • Die Gläser für 10 Minuten auf den Kopf stellen und dann umdrehen und abkühlen lassen.


Der Geschmack dieses köstlichen Gelees ist kaum zu beschreiben. Einfach nur zart Blumig aber nicht so aufdringlich. Versuchen Sie es selbst einmal, ich versichere Ihnen, die Arbeit lohnt sich!


Holunderblütengelee

Bevor ich hier mein Rezept verrate, eine große Bitte:

Wenn man Holunderblüten pflücken möchte, sollte man das behutsam und mit Ehrfurcht tun. Früher war den Menschen der Holunder wertvoll wie Gold. Man wußte um die heilsamen Kräfte der Blüten, Beeren und Rinde des Baumes.

Man bedenke beim vorsichtigen abknipsen der einzelnen Blütendolden, den Baum nicht unnötig zu schädigen und nie mehr wie 3-5 Blüten von einem Baum zu nehmen. Sollte ein Bäumchen weniger als 5 Blüten tragen, belasse man diese bitte an Ort und Stelle, da es sonst im Herbst keine Beeren geben kann! Diese reifen nämlich aus den Blütendolden.


Zutaten:

  • 11 Holunderblütendolden
  • 1,2 L Wasser
  • 1 ungespritzte Zitrone
  • Gelierzucker (gerne 1:3, wer es süßer mag auch 1:2)


Zubereitung:

  • Die Holunderblüten in einem Küchensieb an der frischen Luft gut durchschütteln, damit eventuell mit eingesammelte Kriecher und Krabbler in die Freiheit gelangen können.
  • In einen ausreichend großen Topf (wenn möglich Emailletopf) die gesäuberten Blütendolden legen. Die Zitrone waschen, abtrocknen und die gelbe schale möglichst dünn abschälen und zu den Holunderblütendolden in den Topf geben.
  • Das Wasser zum kochen bringen, den Saft der Zitrone über die Blüten geben und das ganze mit dem kochend heißen Wasser übergießen. 
  • Nun schnell den Deckel auf den Topf und diesen über Nacht stehen lassen. (Nicht schmulen! die ätherischen Öle der Blüten sollen doch im Topf bleiben und mit in unser Gelee kommen!)
  • Haben die Blüten 24 Stunden gezogen ist es Zeit, den Sud duch einen Kaffeefilter vorsichtig abzuseien. Am schlausten in einen Meßbecher, denn so habe ich die genaue Flüssigkeitsmenge um entsprechend der Packungsbeschreibung genügend Gelierzucker in meinen Topf zu geben. 
  • Den Sud über den Gelierzucker geben und unter rühren aufkochen.
  • Das Gelee braucht ca. 6-8 Minuten. Bitte ständig rühren und ab und an eine Gelierprobe machen.
  • Das fertige Gelee in vorbereitete, saubere Marmeladengläser mit Twist-Off-Verschluß füllen. Den Deckel gut verschließen und für 10 Minuten die Gläser auf den Kopf stellen.
  • Danach zum Abkühlen umdrehen. Fertig!

Löwenzahngelee

Da ich mein mündlich überliefertes Original-Rezept noch nie aufgeschrieben habe und das soll auch so bleiben (das können sie leider nur bei einer meiner Kräuterwanderungen erfahren), hier eine leicht abgewandelte Version zum Nachkochen. Ist genauso lecker:

 

 Zutaten:

  • 2 Tüten frisch gepflückte Löwenzahnblüten
  • 1,5 - 2 L Wasser, je nach größe der Blüten
  • 1 ungespritzte Zitrone (möglichst Bio) oder 1 ungespritzte Orange (möglichst Bio)
  • Gelierzucker 1:2 oder 1:3


Zubereitung:

  • Die mitsamt dem grünen Körbchen gepflückten Löwenzahnblüten in einem grobmaschigen Küchensieb draußen gut ausschütteln, damit alle Kriecher und Krabbler noch entwischen können. 
  • Danach die Blüten noch mal für 10 Minuten in die Sonne legen, damit sie sich noch mal alle richtig öffnen, bevor es in den Topf geht.
  •  Die gesäuberten Blütenköpfchen in einen ausreichend großen Topf geben und mit gut 1,L Wasser übergießen. 
  • Die Zitrone bzw. Orange waschen und in dünne Scheiben schneiden. 
  • Die Scheiben in den Topf zum Löwenzahn geben und das Ganze zum Kochen bringen.
  • Die Blüten nun bei mittlerer Hitze für 20 Minuten leicht köcheln lassen. 
  • Danach den Topf von der Kochstelle nehmen und über Nacht auskühlen lassen. 
  • Am nächsten Morgen nimmt man ein Baumwoll- oder Leinen-Küchentuch und legt dieses in einen Topf mit mind. 3 L Fassungsvermögen. Die 4 Enden des Tuches müssen auf jeden Fall über den Rand des Messbechers geschlagen werden.
  • Nun kann man den Topfinhalt vorsichtig abseihen. 
  • Um nun so viel Flüssigkeit wie möglich zu erhalten, dreht man das Küchentuch an den 4 Enden zusammen und wringt es richtung der Blütenmasse hin gut aus (es empfiehlt sich, bei diesem Vorgang Einmalhandschuhe zu tragen).
  • Sind die Blüten gut ausgedrückt, lesen wir die Menge der gewonnen Flüssigkeit am Messbecherrand ab und geben den Blütensaft in einen ausreichend großen Topf. 
  • Nun gibt man den Gelierzucker (Menge entsprechend der Packungsangabe) dazu und kocht das Ganze unter ständigem Rühren auf.
  • Für ca. 4 Minuten sollte das Gelee nun unter ständigem Rühren leicht sprudelnd kochen. Man entnimmt immer wieder mal eine kleine Probe um zu sehen, ob das Gelee schon aushärtet. 
  • Wenn es soweit ist, das heiße Gelee in vorbereitete Twist-off-Marmeladengläser füllen und fest verschließen. 
  • Die Gläser dann für 5 Minuten auf den Kopf stellen und anschließend zum abkühlen - wieder richtigherum - an einen kühlen Ort stellen.


Dieses Gelee schmeckt ein bisschen wie Honig, ein kleines bisschen bitter-süß, aber auch ....na ja, ich denke, man muß es selbst probiert haben, es ist einfach einmalig und schwer zu beschreiben. Wenn man es einmal gekostet hat, will man immer mehr davon!

Kirschmarmelade mit Mädesüssblüten

Zutaten:
Man nehme 1 Kg Kirschen (je nach Vorliebe süsse oder saure), eine Handvoll frische oder getrocknete Mädesüssblüten, 1-2 Pakete Gelierzucker (1:2 oder 1:3), etwas Zitrone.


Zubereitung:

  • Die Kirschen gut waschen und entkernen. 
  • Die gesäuberten Mädesüssblüten von den Stengeln zupfen und mit den Kirschen mischen. Dann mit einem "Zauberstab" portionsweise gut durchpürrieren bis alles fein zermahlen ist.
  • Die Kirsch-Blütenmasse in einen ausreichend großen Topf geben. 
  • Den Gelierzucker nach Packungsangabe beigeben und das ganze noch mit einem ordentlichen Schuß frischem Zitronensaft abspritzen.
  • Die Marmelade nun unter Rühren mindestens 4 Minuten gut schaumig kochen lassen und eine Gelierprobe entnehmen. 
  • Die fertige Marmelade in vorbereitete Twist-off-Gläser füllen und gut verschlossen für 5 Minuten auf den Kopf stellen.
  • Dann wieder umdrehen und Gläser abkühlen lassen.


Diese Marmelade ist ein ganz besonderer Leckerbissen. Die Mädesüssblüten verleihen ihr ein unbeschreiblich leckeres Aroma.

Man kann anstelle der Kirschen aber auch Himbeeren verwenden. Harmoniert auch wunderbar!

Leckere Kräutersuppen

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Bärlauchcremesüppchen: 

 Zutaten für 3-4 Portionen:

  • 3-4 gute Hände voll frischen Bärlauch (250 - 300 g)
  •  3 mehilg kochende Kartoffeln
  •  800 ml Geflügelbrühe (am besten natürlich selbst gekochte)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1Knoblauchzehe
  • 125 g Schmand

Fleur de Sel oder Meersalz, Pfeffer (bleibt dem Geschmack der Köchin überlassen, ich verwende zu fast allem was ich zubereite den roten Pondichery-Pfeffer aus Indien, der ist einfach einzigartig mild und würzig im Geschmack)

  • 1 guter Esslöffel Butter
  • 1 Teelöffel Mehl


Zubereitung:

  •  Zuerst spült man die Bärlauchblätter mit kaltem Wasser vorsichtig von eventuellen Verschmutzungen sauber. Dann schneidet man die längeren harten Stielenden ab und tupft die Blätter vorsichtig mit Küchenpapier trocken.
  • Derweil die Blättchen trocknen, schält man die Kartoffeln und schneidet sie in kleine Würfel. Dann schneidet man die Zwiebel und den Knoblauch in wirklich sehr feine Würfelchen. Diese schwitzt man dann in der Butter glasig an. 
  • Beginnt die Zwiebel-Knoblauchmischung langsam Farbe zu bekommen, stäubt man das Mehl über und läßt es ein bisschen in der Butter binden.
  • Die Bärlauchblätter grob zerteilen und ca. 2/3 in den Topf zu den Zwiebeln geben. 
  • Die Kartoffelstückchen dazugeben, kurz umrühren und mit der Geflügelbrühe aufgießen. Bitte gießen sie die Brühe nur soweit an, das der Topfinhalt bedeckt ist, damit die Suppe später nicht zu flüssig wird. Lieber bei Fertigstellung später noch mal nachgießen.
  • Das ganze nun so lange köcheln lassen, bis die Kartoffelstückchen weich sind. Das dürfte spätestens nach 15 - 20 Minuten der Fall sein. Je nachdem wie groß oder klein die Kartoffeln geschnitten sind. Also lieber etwas kleiner schnippeln, damit der gute Bärlauch nicht zu sehr verkocht.
  • Die Suppe vom Herd nehmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und nur leicht abkühlen lassen. 
  • Mit dem Pürrierstab alles fein durchpürrieren, damit man eine cremige Konsistenz erhält.
  • Sollte die Suppe zu dickflüssig sein, noch etwas Geflügelbrühe nachgießen. 
  • Nun den Schmand zugeben und nochmal kurz durchpürrieren. 
  • Das restliche drittel des frischen Bärlauches nun noch etwas kleiner zerrupfen und in die Suppe geben. 
  • Einmal kurz anpürrieren, Suppe nochmal auf den Herd stellen und nochmal ganz kurz aufwallen lassen, nochmal abschmecken und fertig!

 
 Zum garnieren passen schön in Butter und etwas Knoblauch geröstete Weißbrotwürfel.
 
 Guten Appetit!

Grüne Suppe

Zutaten für 3-4 Portionen:

  • 1 Bündel Bärlauch, 2-3 gute Hände voll junge Brennesseltriebe, 1 Hand voll junge Gundermannblättchen, 1 Hand voll frische Schafgarbewedelchen, 2-3 Hände voll frische Gierschblätter, 1 Hand voll zarte junge Goldnesselblätter, 2 Hände voll Knoblauchsraukeblätter (oder was gerade an frischen essbaren Kräutern zu finden ist. Jeder kann gerne nach Geschmack variieren)
  • 2 mehlig kochende Kartoffeln
  • 700 ml Gemüsebrühe
  • 1 Eßl. Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Becher süße Sahne
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • geröstete Pinienkerne


Zubereitung:

  • Die frischen Kräuter vorsichtig in kaltem Wasser ausspülen und abtropfen lassen.
  • Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Zwiebel schälen und in kleine Würfelchen schneiden.
  • Das Öl im Suppentopf erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig anbraten. 
  • Die Kartoffelwürfel zugeben und mit der Gemüsebrühe ablöschen
  • Die Kartoffelstücke nun 10 Minuten bei mittlerer Hitze leicht kochen lassen. 
  • Dann die Kräuter in den Topf geben und nochmal 10 Minuten köcheln lasssen.
  • Den Topf vom Herd nehmen, kurz auskühlen lassen und mit dem Pürrierstab gut durchmixen. 
  • Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abschmecken, den Schmand zugeben und nochmal kurz durchpürrieren. Noch einmal zurück auf den Herd und kurz aufwallen lassen, fertig!

Giersch-Brennessel-Suppe

Zutaten  für 3-4 Portionen:

  • 6 Hände voll junge Gierschblätter, 6 Hände voll junge Brennessel-Triebe
  • 700 ml Gemüsebrühe (für die Gourmetvariation mit Geflügelbrühe)
  • 60 g durchwachsener Speck
  • 1 Zwiebel
  • 1 Eßl. Mehl
  • 150 ml süsse Sahne
  • Salz, Pfeffer, Muskat zum würzen


Zubereitung:

  • Die frisch gepflückten Blätter vorsichtig in kaltem Wasser ausspülen und abtropfen lassen.
  • Die Zwiebel schälen und fein würfeln. 
  • Ebenso den durchwachsenen Speck fein würfeln. 
  • Die Speckstücke in einem Suppentopf knusprig braten und für Später beiseitestellen. 
  • In dem Specktopf nun mit etwas Olivenöl die Zwiebelwürfel glasig andünsten. 
  • Einen Esslöffel voll Mehl überstäuben und kurz mit angehen lassen.
  • Den Topf von der Kochstelle nehmen, mit der Brühe aufgiessen, kurz mit dem Schneebesen durchrühren damit das Mehl keine Klümpchen macht. 
  • Die Kräuter in den Topf geben, umrühren und das ganze auf mittlerer Flamme 10-15 Minuten köcheln lassen.
  • Danach die Suppe kurz abkühlen lassen, 
  • 150 ml süsse Sahne zugießen und mit dem Pürrierstab durchpürrieren, bis die Blätter alle gut zerkleinert sind. 
  • Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abschmecken und nochmals auf den Herd stellen und einmal kurz aufwallen. 

Die gebratenen Speckwürfelchen zurück in die Suppe geben und fertig!


 

Möhren-Orangensuppe

Zutaten für 3-4 Portionen:

  • 3-4 mittelgroße Möhren (wenn möglich Bioqualität)
  • 0,5 L Hühnerbrühe
  • 1-2 Saftapfelsinen
  • 4-5 Scheibchen frischer Ingwer
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • brauner Zucker, Salz, Pfeffer
  • 150 ml süsse Sahne
  • geföstete Pinienkerne, frische Kresse


Zubereituing:

  • Die Möhren waschen, schälen und in feine Scheibchen schneiden. 
  • Die Schalotte, die Knoblauchzehe und den Ingwer schälen und in sehr feine Würfelchen schneiden.
  • Einen guten Eßlöffel Olivenöl in einem Topf heiß werden lassen und die Zwiebel-Ingwer-Knoblauchwürfelchen kurz in dem heißen Öl anschwitzen. 
  • Einen guten Löffel braunen Zucker über die Zwiebelmischung verteilen und schmelzen lassen. 
  • Die Möhrenscheiben zugeben und leicht mit anschwitzen. 
  • 1 Esslöffel Mehl über das Gemüse stäuben und kurz mitschmoren. 
  • Den Topf vom Herd nehmen und die Hühnerbrühe angießen. 
  • Kurz umrühren und den Topf wieder auf die Kochstelle geben.
  • Die Orangen auspressen und den Saft mit in den Topf geben. 
  • Die Möhren nun ca. 25 - 30 Minuten weichkochen.
  • Währenddessen die rohen Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett hell goldbraun rösten und zum Abkühlen auf die Seite stellen
  • Sind die Möhren weich, den Topf von der Kochstelle nehmen und Suppe kurz auskühlen lassen. 
  • Mit dem Pürrierstab vorsichtig durchpürrieren, bis alle Möhrchen fein pürriert sind. 
  • Die süsse Sahne zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und nochmals kurz aufwallen lassen.
  • In Suppentellern anrichten und mit den gerösteten Pinienkernen und frischer Kresse bestreuen. 

Guten Appetit! Die Suppe kann natürlich auch mit frischen Kräutern des Monates bestreut werden, wenn man welche findet.

"Die Kräuter des Monats"

Juli

Johanniskraut / Hypericum perforatum  

Ursprünglich in Europa beheimatet, kommt das Johanniskraut inzwischen in den meisten gemäßigten Regionen der Erde wild wachsend, auf Wiesen, an Ufern und Wegrändern vor. Die Stengel des Krautes sind relativ hart und haben 2 durchgehende Längsleisten. Die Blätter sitzen entlang des Stengels und sind länglich eiförmig. Hält man sie gegen das Licht, sehen sie aus, als wären sie mit kleinen Nadelstichen durchlöchert, als wären sie getüpfelt; daher auch der Name Tüpfel-Johanniskraut. Die einseitig, leicht gezähnten, gelben Blütenblätter sitzen auf spitz zulaufenden Kelchblättern. Im mitelalterlichen Europa galt das Johanniskraut als magische Pflanze zur Abwendung von Unheil. Die von den Bäuerinnen im August gebundenen Kräuterbuschen enthielten es, denn Johanniskraut zählte damals zu den Marienkräutern. Anerkannt ist seine Wirkung bei Angst, Depression, Anspannung, Schlafstörungen, Neuralgien, aber auch bei Rheuma, Rückenschmerzen, schmerzenden Gelenken und Muskeln zeigt das Kraut seine Wirkung. Das aus den Blüten und Blättern der Pflanze gewonnene Öl wurde und wird gern bei Massagen und Einreibungen genutzt, zur Gewebsunterstützung bei Wunden und Verbrennungen. Achtung: Johanniskraut hat eine starke Wirkung auf die Haut und macht diese "Photosensibel". Das bedeutet, sie wird sozusagen lichtdurchlässig und es kann sehr leicht zu Hautrötungen oder gar leichtem Sonnenbrand auf der Haut führen, wenn man sich unter Johanniskrauteinwirkung dem Sonnenlicht aussetzt und empfindlich reagiert. Man sollte die kurmäßige Anwendung der Pflanze daher auf die dunkle Jahreszeit beschränken, denn da kann der Körper "mehr Licht" auch gut vertragen, deshalb hellt Johanniskraut im Winter auch Geist und Gemüt auf.
Die zarten Blüten  und Blätter werden im Sommer in Sonnenblumenöl eingelegt und in der Sonne ausgezogen. So enthält man das rote Johanniskrautöl. Blätter und Blüten können sowohl frisch, als auch getrochnet als Tee zubereitet werden. Die gelben Blüten können als essbare Dekoration Salaten zugegeben werden oder helfen beim Rotfärben von Speisen.



Lavendel / Lavendula officinalis

Ursprünglich in Frankreich und im westlichen Mittelmeerraum heimisch, wird der Lavendel wegen seines ätherischen Öles heute weltweit angebaut, sogar bis hinauf nach Norwegen als Gartenpflanze kultiviert und hat sich so entsprechend verbreitet. Er ist ein  niedriger Strauch, der einen sehr starken duft verströmt. Seine kleinen, schmalen, lanzettlichen Blättchen sind eher weißfilzig mit zunehmendem Alter kahler und grün. Die langen, nach oben strebenden Blütenstände mit ihren lilafarbenen Blütchen sehen aus wie Ähren. Der echte Lavendel war und ist eine wichtige Heilpflanze, auch wenn er wegen seines wohlriechenden Duftes besser bekannt ist als für seine therapeutischen Eigenschafen. Vor allem im späten Mittelalter war er als Arznei sehr beliebt. Er half bei Kopfschmerzen, Ohren- und Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, schmerzenden Gelenken, Verbrennungen und Sonnenbrand. Er gehörte zu den Heilpflanzen, die schon 1620 mit den ersten Siedlern in die "neue Welt" kamen. Hauptsächlich wurde und wird das äherische Öl verwandt. Es gilt als kaum toxisch und hat eine gute antiseptische und antibakterielle Wirkung. Die voll aufgeblüten Blüten werden getrocknet. Man kann sie zu entspannenden Teemischungen geben. Das ätherische Öl des Lavendels hilft gut zum direkten Einreiben bei Insekenstichen, aber mit Speiseöl gemischt auch als Insektenabwehrmittel, wenn man sich im Sommer die unbedeckten Körperstellen damit einreibt, bevor man nach draußen geht.  Einige Tropfen ätherisches Öl vorsichtig auf die Schläfen gerieben, soll gegewn Kopfschmerzen helfen. (Vorsicht aber, bitte nicht in Augen oder Schleimhäute reiben!)



Kamille / Matricaria recutita   

Die echte Kamille ist als wildwachsende oder kultivierte Pflanze fast überall in Europa und anderen gemäßigten Regionen verbreitet. Sie wächst gerne auf Getreideäckern oder Brachland. Schon alleine ihr typicher Duft zeigt den Standort der Kamille an. Die aufrechte Pflanze trägt fein gefiederte Blätter, die ein bisschen an Dill erinnern. Sie sind aber kürzer und stehen buschiger beisammen. Das gelbe Blütenköppfchen aus Röhrenblüten wird von weißen Zungenblüten eingerahmt, die nach unten zeigen (das unterscheidet sie z.B. von anderen Kamillearten). Der gewölbte Blütnkopf ist im Gegensatz zu anderen Arten von innen hohl, was auch ein unverkennbares Erkennztungszeichen der echten Kamille ist. Als eine der bekanntesten Heilpflanzen wurde und wird sie volksheilkundlich eingesetzt bei Erkrankungen und Unpässlichkeiten im Magen-Darm-Bereich, bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute, Mandelentzündung und Scharlach, rheumatisches Fieber, wundsein von kleinen Kinden. Auch bei Menstruationsbeschwerden leistet sie gute Dienste. Kamille ist sehr vielseitig anwendbar. Man kann aus ihr Salben herstellen, sie getrocknet als Tee aufgebrüht genießen oder aber Tropfen aus ihr zubereiten. Aber auch für Umschläge, Bäder und Inhalationen eignet sie sich hervorragend. Auch zur Beruhigung bei reizbaren Verstimmungen  hilft eine gute Tasse altbewährter Kamillentee!